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Photo: Pawel Jelenski


Kurz vor der möglichen Katastrophe des „VERGESSENS“, die dem Gebiet des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag VIIIA durch die Aufteilung in private Parzellen drohen könnte, wurde dieses Gebiet mit einem wunderschönen Blick auf das Westufer der Lausitzer Neiße, die zwei Städte, Zgorzelec und Görlitz verbindet, im Jahr 2006 zum Gedenken an die gemeinsame polnisch-deutsche Geschichte dieser Doppelstadt gerettet. Die Stadt ist nach allen historischen Wenden so lokalisiert, dass sich heute das 1939 im Auftrag der Wehrmacht für polnische Kriegsgefangene und auch von diesen eingerichtete ehemalige Kriegsgefangenenlager im polnisch-sprachigen Teil der Zwillingsstadt befindet.

Insgesamt 120.000 kriegsgefangene Soldaten beinahe aller Nationen, die in den durch Faschisten ausgelösten Krieg verwickelt waren, wurden bis zum Tag der Befreiung, d.h. 8. Mai 1945, hier untergebracht. Darunter waren auch ca. 16.000 sowjetische Kriegsgefangene; auf Befehl der Wehrmacht verhungerten Tausende von ihnen und wurden durch die anderen Mitgefangenen in Gruben hinter dem Lager begraben. Gerade dieses Gebiet verbindet beide Flussseiten mit dem gemeinsamen Vorhaben.

Aus der Initiative des Präsidenten Dr. Albert Goetze und des Gemeindevorstehers von Zgorzelec Kazimierz Janik, haben der Landkreis Zgorzelec, die Stadt und Gemeinde Zgorzelec, der Landkreis Görlitz und die deutsche Vereine den Bau des Europäischen Zentrums für Bildung und Kultur | Europejskie Centrum Edukacyjno-KulturalneZgorzelec-Görlitz MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN (www.messiaen.themusicpoint.net) veranlasst.

Mit der Durchführung des Projektes wurde die Fundacja Centrum Wspierania Przedsiębiorczości in Zgorzelec beauftragt. Der französische Komponist Olivier Messiaen (1908-1992) vollendete hier gerade sein von der Apokalypse inspiriertes weltberühmtens Werk QUARTETT FÜR DAS ENDE DER ZEIT als Kriegsgefangener und führte seine Musik in den für Hass und Vernichtung unzugänglichen Seelenbereich ein. Mit drei Mitgefangenen führte er das QUARTETT zum ersten Mal am 15. Januar 1941 vor deutschen Wächtern und vor ca. 400 Gefangenen in einer kalten Theaterbaracke auf.

Auf solche für die totalitäre Nazizeit charakteristische und gleichzeitig unerklärbare Weise treffen an diesem Ort die zerstörerische und schöpferische Kraft aufeinander: Kinder und Jugendliche verstehen das sofort ohne gehobene Worte. Während der 6. internationalen Sommer-WORKCAMPS, die bis heute stattfanden, brachten sie (unter der Leitung von Historikern und Archäologen) das bewachsene Gelände in Ordnung und sicherten Relikte aus der Vergangenheit, um sie damit vor der Tragödie des Vergessens zu schützen. Jedes Ereignis des MEETINGPOINT basiert auf der schwierigen Vergangenheit und ist zukunftsorientiert. Dieser Weg in die Zukunft bildet ein konstruktives Gedächtnis und auf der Phantasie gebaute Kreativität von Kindern, Jugendlichen, Künstlern und Forschern.

Die Verbindung zwischen Geschichte, Martyrium und Gedächtnis –in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus der Doppelstadt, Dreiländerecke und Europa – sowie kreativem Handeln gab „MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN und Fundacja Centrum Wspierania Przedsiębiorczości“ die Möglichkeit, an diesem so äußerst empfindlichen, schwierigen und durch ungeheures Ausmaß des Leides gekennzeichneten Ort einen so wichtigen Treffpunkt in diesem deutsch-polnischen Grenzraum zu errichten und die Idee mit der zwei-nationalen Unternehmung der Niederschlesien und Freistaat Sachsen, d.h. mit dem Bau des Europäischen Zentrums für Bildung und Kultur Zgorzelec – Görlitz zu verwirklichen.


Projekt był współfinansowany ze środków Europejskiego Funduszu Rozwoju Regionalnego w ramach Programu Operacyjnego Współpracy Transgranicznej Polska – Saksonia 2007 – 2013



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